„Zustände wie in den zwanziger Jahren“

AS-Profs haben sich bereits auf einen neuen Präsidenten geeinigt und wollen es nicht zugeben.

All jene, die sich nach dem Weggangs Dieter Lenzens nach Hamburg Illusionen darüber gemacht haben, die Machtverhältnisse an der Universität würden sich ändern und Studierende könnten über den Runden Tisch oder in den zentralen Gremien zukünftig mitreden, dürfen sich nun getäuscht sehen. In der Sitzung des Akademischen Senat am 10.03. zeigte sich wieder: Die Hochschuldemokratie endet genau dann, wenn es ums Eingemachte geht. Das Eingemachte ist in diesem Fall die Wahl des Präsidenten. Mathias Bartelt hatte es gewagt in einem kritischen Artikel anzuprangern, wie die Professor_innen im AS bereits vor der eigentlichen Vorstellung in AS und Kuratorium und hinter dem Rücken der Studierenden und der meisten anderen Universitätsangehörigen bereits den neuen Präsidenten mitsamt der ersten Vizepräsidentin ausgekungelt haben. Die Strafe folgte prompt. Mit fadenscheinigen Hinweisen auf das Ordnungsrecht in AS-Sitzungen wurde er vom Öffentlichen Teil der Sitzung ausgeschlossen. Vizepräsidentin Lehmkuhl missfiel offensichtlich besonders die Berichterstattung in der Berliner Zeitung, die sich weitgehend an Mathias Bartelts Analyse anlehnt. Die übrigen, insbesondere professoralen AS-Mitglieder sahen dem überwiegend tatenlos zu oder unterstützten das Vorgehen sogar durch künstliche Aufregung. Historiker Paul Nolte verstieg sich in die vorwurfsvolle Behauptung, dass dies Zustände wie in den Zwanziger Jahren seien. Ob er damit die angebliche Regelverletzung durch die Studierenden oder den Ausbau der Präsidialdiktatur in der ausgehenden Berliner (Universitäts)-Demokratie sieht, bleibt dabei vorerst sein Geheimnis

Berliner Zeitung: “Ein Lenzen-Vertrauter soll Präsident der FU werden”

Artikel von Mathias Bartelt zur Studienreform und zur Präsidiumswahl an der FU

Artikel des Tagesspiegel über die AS-Sitzung: “Drei für die FU”

Mitschrift von der AS-Sitzung vom 10.03.2010

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